Aus Wegrand wird Lebensraum.
Entlang einiger Wege und Straßenränder im Norden unseres schönen Dorfes lassen wir es blühen. Bewusst, geplant und auf eigene Kosten.
Dort, wo sonst kurz gemähter Saum war, wächst jetzt eine bunte Mischung heimischer Wildblumen und Kräuter. Margerite, Wilde Möhre, Hornklee, Flockenblume: Pflanzen, die hierher gehören und die unsere Insekten kennen und schätzen.
Das Saatgut ist kein Gartencenter-Bunt, sondern zertifiziertes Regiosaatgut: gebietsheimische Arten, die in der freien Landschaft ausgebracht werden dürfen. Genau dafür ist es gemacht.
Klingt nach großem Naturschutzprojekt? Nein, es ist ganz einfach: blühen lassen statt wegmulchen.
Insekten verschwinden, und mit ihnen die Vögel, die von ihnen leben. Der Grund ist fast immer derselbe: Es fehlt an Nahrung und an durchgehendem Lebensraum. Eine kurz gemähte Grasnarbe bietet beides nicht.
Ein blühender Wegrand schon. Und das Entscheidende: Er steht nicht allein.
Pollen und Nektar vom Frühjahr bis in den Herbst — für Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Die Stängel bleiben über Winter als Unterschlupf stehen.
Jeder blühende Saum ist ein Trittstein. Aneinandergereiht werden die Wegränder zu einer Biotopverbundachse — einem Korridor, auf dem Arten von Fläche zu Fläche wandern können.
So wird aus gewöhnlichem Straßenbegleitgrün ökologisch hochwertiger Lebensraum — ohne zusätzliche Fläche, einfach durch anderes Mähen.
Keine Behörde, keine Firma — Leute von hier, die ihr Dorf ein Stück lebendiger machen wollen. In Eigenregie und ehrenamtlich.
Saatgut und Pflege werden privat finanziert und durchgeführt. Es kostet die Gemeinde nichts. Im Gegenteil: diese Abschnitte brauchen nicht gemulcht werden.
Verwendet wird ausschließlich zertifiziertes Regiosaatgut, das für die Aussaat in der freien Landschaft (außerhalb von Gärten) zugelassen ist. Es wurde speziell für die jeweiligen Standorte zusammengestellt.
Alle Verkehrssicherungspflichten werden eingehalten: Sichtdreiecke, Bankette und Wegränder bleiben frei. Geblüht wird nur dort, wo es niemanden behindert. Im Gegenzug sollte aber auch niemand die Blüte behindern.
Einfach stehen lassen
Der Blühstreifen funktioniert am besten, wenn man ihn einfach in Ruhe sein Ding tun lässt. Um den Rest kümmern sich die Verantwortlichen.
Die ersten Wochen wirken ungewohnt — das stimmt. Eine Wildblumenfläche hat ihren eigenen Rhythmus: mal hoch, mal abgeblüht. Was wie „unordentlich“ aussieht, ist für Insekten der gedeckte Tisch. Ein- bis zweimal im Jahr wird abschnittsweise gemäht, damit es Fläche bleibt und nicht verbuscht.
Nein. Es ist eine gezielt ausgesäte Mischung gebietsheimischer Wildpflanzen aus zertifiziertem Regiosaatgut — genau die Arten, die hier von Natur aus vorkommen und mit den heimischen Insekten zusammenpassen. "Unkraut" gibt's nur auf dem Acker: Hier ist es eine Insektenweide.
Die hat Vorrang. Sichtfelder an Kreuzungen und Einmündungen, Bankette und die Wege selbst bleiben frei und werden regelmäßig gepflegt. Geblüht wird nur dort, wo niemand behindert oder gefährdet wird.
Die beteiligten Anwohnerinnen und Anwohner, aus eigener Tasche. Für die Gemeinde und die Allgemeinheit entstehen keine Kosten. Wer sich aber mit einer Spende beteiligen möchte, darf sich gerne an uns wenden.
Hinter dieser Aktion stecken ein paar Bewohner Stafstedts: Der eine ist Landwirt, die andere kennt sich mit Insekten aus. Einer arbeitet im Büro, eine andere ist in der ganzen Gegend unterwegs usw. Es geht dabei aber nicht um uns, sondern um mehr Blüten da, wo sie niemandem etwas antun.
Gern. Ob ein eigener Wegrand, eine Saatgut-Spende oder einfach Mithilfe beim Mähen im Spätsommer: melden Sie sich (Kontakt unten). Je mehr Trittsteine, desto stärker der Verbund.